Pressespiegel KölnMusik

Kölnische Rundschau

07.11.2018

Virtuoser Ritt

Anaïs Gaudemard begeistert in der Philharmonie mit den Klàngen ihrer Harfe

Anaïs Gaudemard heiftt die junge bezaubernde Harfenistin aus Frankreich, die jetzt als „Rising Star" in der Philharmonie Station machte. Ganz allein mit ihrer Style 23 Gold Konzertharfe auf dem Podium bestritt sie einen virtuosen Ritt über die Saiten, meist in Werken, die um 1900 in Frankreich entstanden. Das gingüber eine episodisch changierende Légende von Renié, über ein hymnisches Impromptu von Fauré und eine Bearbeitung von Smetanas „Moldau“ bis zu einer ganz frisch komponierten, jetzt uraufgefiihrten Komposition: «Nighthawks" von Camille Pépin.

Die Musik folgt der einzigartigen Stimmung dieses berühmten Hopper-Gemàldes, prâpariert die Saiten der Harfe und setzt einen Streicherbogen ein, um ein Bassfundament zu gietëen. Spâter beschwôrt sie einen warmen Wellenschlag wie bei Pop-Ikone Vollenweider, bevor das Kemmotivdes Anfangs ailes auf Null zurückdreht. Die anwesende Komponistin gab sich sehr zufrieden. Das, was den Harfensound unsterblich franzôsisch farbte, das erklang in zwei Tànzen von Claude Debussy. Dazu waren vier Streicher des WDR-Sinfonieorchesters als „Chamber Players" angetreten, zunâchst als dienende Begleiter, spâter bei einem Hôr-Krimi von André Caplet nach Edgar Allan Poe als gleichberechtigte Kammermusiker. In diesem Ouintett drehte Gaudemard im Zusammenspiel richtig auf, mit Lust auch im Gespensterfînale mit Klopfen, Sâuseln und Bibbem: Das amüsierte auch die vielen jungen Zuhôrer im Saal. (wei)